Still Crazy Five
sind (v. l.)
Johannes Müller (Sologitarre, Keyboard, Altsaxofon und Gesang), Bruno Walkowiak (Rhythmusgitarre und Gesang), Benno Hoffmann (Bass und Gesang), Heinz Cremer (Drums) und Gert Liebetanz (Keyboards und Gesang)
Entstehung und Entwicklung der Band
Die Wiege der Band war wie bei so vielen Gruppen eine Schule. Es war das Theodor-Heuss-Gymnasium Recklinghausen, welches die Keimzelle war. Zwei Menschen, die diese Schule besuchten, wurden vom kreativen Spirit einer Lehranstalt mit Schwerpunkt auf musischer Bildung beeinflusst. Wer jetzt aber sofort an eine aufstrebende Schülerband wie z.B. Tokio Hotel denkt, liegt ganz falsch, denn es handelte sich um Pädagogen, deren berufliche Laufbahn sich dem Ende zuneigte und die nach einer sinnvollen Freizeitgestaltung suchten, die sie wirklich ausfüllen würde. Nicht Enten und Schwäne füttern im Park, nicht über Friedhöfe spazieren gehen, nicht nur die Enkelkinder bespaßen und schon gar nicht auf dem Sofa sitzen und das TV-Programm konsumieren, sondern Rockmusik machen: Einfach und laut wie die Stones, fetzig und harmonisch wie die Beatles, vielstimmig und anspruchsvoll wie die Eagles, soft und textreich wie die Byrds, aber auch bluesig und rockig wie Fats Domino, Buddy Holly oder Eddy Cochran, kurz: Oldies, but Goodies…das sollte es sein!
Der eine Mitbegründer und Initiator der Band war Benno Hoffmann (bass),
ein ganz alter Hase, der seit den 60er-Jahren in verschiedenen Recklinghäuser und Herner Gruppen spielte. Nach einer langen Pause im Showbusiness, in der Beruf, Karriere und Familie Vorrang vor musikalischen Ambitionen hatten, traf er sich nach seiner Verabschiedung aus dem Schuldienst am besagten Gymnasium gelegentlich mit Heinz Cremer, um gemeinsam Oldies zu spielen, wobei die Besetzung Bass bzw. eine Gitarre und Schlagzeug doch dem Musizieren zunächst ganz enge Grenzen setzte.
Der zweite Gründungsvater der Band war Heinz Cremer (drums).
Nach Beendigung seiner beruflichen Karriere im Schuldienst (er leitete das Theodor-Heuss-Gymnasium in Recklinghausen) besann er sich auf seine lange verschüttete Liebe zum Schlagzeugspiel und startete im Gegensatz zu Benno in seine erste Station als Bandmusiker, um seine Favourites nicht lediglich zu konsumieren sondern auch selbst zu reproduzieren. Nachdem Benno und Heinz kurze Zeit probiert hatten so etwas wie Bandgefühl zu entwickeln, musste mindestens ein Gitarrero das Projekt erweitern, damit das Repertoire in der Formation Gitarre, Bass und Schlagzeug weniger eingeschränkt war als zu zweit.
Also stieß als Dritter Bruno Walkowiak (r-guitar) zur Band.
Benno lernte Bruno – beide auf der Suche nach der ewigen Jugend – in einer Muckibude (Activum in RE) kennen. Da sie regelmäßig die beiden einzigen Anwesenden in dem kleinen Reha-Schuppen waren, unterhielt man sich über Gott und die Welt und dann auch irgendwann über Musik. Bruno spielt Gitarre – Benno und Heinz brauchten einen Gitarristen und fertig war der Vertrag.
Auch Bruno war als alter Bandspieler in Recklinghausen in verschiedenen Gruppen unterwegs. Auch er war längere Zeit nicht mehr musikalisch aktiv, und so bedurfte es keiner langen Überredungskünste, ihn zum Mitmachen zu bewegen. Seine Lieblingsmusik sind die Songs der 60er- und 70er-Jahre, wobei sicherlich die Byrds und die Eagles für Ihn die Größten sind. In der Band bildete nun er mit seiner Öko-Gitarre (´tschuldigung Eco-Gitarre) oder mit der Gibson Les Paul das Fundament für die Oldies, die meist zweistimmig intoniert wurden. Aber auch diese Besetzung, „drums, guitar, bass“ genügte nach einer Weile den musikalischen Ambitionen nicht mehr.
Deshalb kam Simone Gießelmann (keyboard) als Vierte in die Band,
angeworben von Heinz und Benno. Das sympathische Küken, das die Tasten bediente, ist nämlich Musikpädagogin am Theodor-Heuss-Gymnasium Recklinghausen, Heinz‘ und Bennos ehemaliger Schule. In der Band sorgte sie seitdem für die hohen Töne im mehrstimmigen Gesang und natürlich für die richtigen Sounds, die sie aus ihrem roten Freund, dem Nord Stage Piano herausholte.
Die Band schien komplett, aber als Heinz einem ehemaligen Klassenkameraden, der schon als Pennäler in den 60er Jahren seine erste Rockband gegründet hatte und seitdem in unterschiedlichen Formationen spielte (u. a. bei den „Rangers“ aus RE), in einer Vinothek von dem Projekt erzählte, bekam er von ihm in Weinlaune zu hören: „Wenn ich pensioniert bin, steige ich bei euch ein.“ Dieser eher scherzhaft gemeinte Satz ließ Heinz aber nicht ruhen und er blieb so lange am Ball, bis es wahr wurde und die Band ihr fünftes Mitglied begrüßen durfte.
No. 5 – Hans Müller, kam, sah und spielte (leadguitar).
Nach dem Ende seiner beruflichen Tätigkeit als Konrektor an einer Bochumer Realschule kam er zur Band und wurde ihr „spiritus rector“ (eine Beförderung?). Mit seinen flinken Fingern auf seiner weißen Strat („Wer ist eigentlich Knopfler?“), seinem dynamischen Saxophonsound und seiner Begeisterung für mehrstimmigen Gesang puschte er die Bandarbeit auf ‚cloud No. 9’. Das Urgestein der Rock- und Popmusik im mittleren Ruhrdistrict kennt sich bei Oldies bestens aus und findet aber auch unter aktuellen Songs immer neue Herausforderungen,
Die ersten Proben, die noch im Musikraum des Theodor-Heuss-Gymnasiums stattfanden, zeigten, dass in dieser Besetzung die Bandbreite des Repertoires erheblich erweitert und auch modernisiert werden konnte.
Damit war die Band komplett und bereit die Bühnen der Umgebung zu rocken.
Hier zu sehen in den teintfreundlichen Rottönen der Kulturbrauerei Hülsmann in Eickel.
Hans (lg), Heinz (dr), Simone (kb), Benno (b) und Bruno (rg)

Namensfindung
Nachdem die Band viele Monate namenlos vor sich hin geprobt hatte und die Qualität der gecoverten Musik immer besser wurde, wurde man sich bewusst, dass für die ersten Auftritte eine passende Bezeichnung her musste. Vorschläge wurden gemacht, diskutiert, verworfen, bis Benno in einer schlaflosen Nacht der Geist von Paul Simon erschien und ihm seinen Hit „Still Crazy after all these years“ ins Ohr säuselte. Per Mail ging der Vorschlag an alle anderen und zur folgenden Probe waren sich alle einig, dass „Still Crazy“ zu Typen, die in unserem Alter noch regelmäßig und gerne im Proberaum abhängen, passt. Immer noch verrückt nach Rock- und Popmusik, nach all den Jahren. So war also aus der namenlosen Truppe die Band „Still Crazy“ geworden.
„Sorry Paul, dass wir deinen Songtitel als Bandnamen missbrauchen. Irgendwann soll dein Werk natürlich auch in unser Repertoire aufgenommen werden.“
Ziemlich regelmäßig treffen wir uns jetzt einmal pro Woche (sofern es die knapp bemessene Zeit von Pensionären erlaubt), um unserem gemeinsamen Hobby nachzugehen, dem Erarbeiten und Covern von Songs, auf die wir uns geeinigt haben. Gelegentliche Auftritte im privaten, halb oder ganz öffentlichen Rahmen ergänzen das Wirken der Band.
Dabei haben wir keine Präferenz, was irgendein Genre oder das Alter der Songs betrifft. Deshalb enthalten unsere Setlists für die Gigs Songs von den 50er-Jahren angefangen bis zu ganz aktuellen Stücken – also aus sieben Jahrzehnten Rock- und Popmusik.
Ob schnell oder langsam, laut oder leise, alt oder neu, Rock oder Pop, englisch oder deutsch, bekannt oder nicht, wir spielen einfach das, was uns Spaß macht und für unsere Besetzung passt. Es sind aber auch Songs dabei, die wir umarrangiert haben, damit sie gut klingen. Zwar legen wir Wert auf gepflegte, mehrstimmige Gesangssätze, dennoch enthält das Repertoire auch einige Instrumentals und Stücke mit reinem Sologesang.
Die Auswahl ist eben völlig unsystematisch, was uns nicht kümmert. Das Ganze soll nämlich vor allen Dingen Spaß machen, und das tut es eben!
Hier ein Blick in unseren gemütlichen Probenraum im Bessem Carrée

